Lebensräume in der Kulturlandschaft

Was versteht man unter Kulturlandschaft?

Unter Kulturlandschaft versteht man unsere heutige Landschaft (Gegend), in der wir Menschen Dinge verändert und angepasst haben.

Vereinfacht gesagt:

Bevor es Menschen gab, gab es die Naturlandschaft. Der Mensch hat dann angefangen zu jagen, Siedlungen zu bauen, Ackerbau zu betreiben, Straßen zu bauen, usw.
Dadurch wurde die Naturlandschaft immer mehr verändert und an die Wünsche und Bedürfnisse von uns Menschen angepasst. Dieser Vorgang lief über viele Jahrhunderte ab und wurde durch viele verschiedene Kulturen wie die Kelten oder die Römer geprägt. Das hat unsere Landschaft immer wieder auf ein Neues verändert und weiter an die Bedürfnisse der ortsansässigen Bevölkerung angepasst. Das Resultat hieraus nennt man nun Kulturlandschaft. Alles was du in Deutschland und fast überall auf der Welt siehst, ist also Kulturlandschaft.

Ein Lebensraum in der Kulturlandschaft ist die Streuobstwiese. Sie bietet mit den verstreut stehenden Bäumen zusammen mit einer extensiven Wiesennutzung (hochstens 2-mal Mähen im Jahr) eine sehr vielfältige Struktur für viele Arten. Die Bäume sorgen für ein Wechselspiel aus Licht und Schatten und sind gleichzeitig Lebensraum für viele Arten.

Warum ist es wichtig die Kulturlandschaft zu erhalten?

Pflanzen, Pilze, Boden, Wasser und Luft bilden zusammen die natürlichen Quellen (Ressourcen) unserer Erde, und zusammen mit den Tieren und uns Menschen unser Ökosystem.
Unsere Kulturlandschaft ist - Industriegebiete und Gebiete mit intensiver landwirtschaftlicher Aktivität ausgenommen - sehr abwechslungsreich und bietet so Platz für viele verschiedene Arten.

Je unterschiedlicher (diverser) unsere Kulturlandschaft ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer großen Vielfalt der Arten. Ihr kennt vielleicht in diesem Zusammenhang den Begriff "Biodiversität", der schlicht die Unterschiedlichkeit der Arten, Lebensräume und Gene zur Bedeutung hat. Dies ist in der Grafik unter dem Text nochmal bildhaft dargestellt.

Die unterschiedlichen Arten stehen untereinander in Beziehung, sie benötigen einander, wenn man so möchte. Nehmen wir ein Beispiel: Ein Eulenfalter ernährt sich als Raupe von Pflanzen, er wird als Falter von einer Kohlmeise erbeutet und diese wird wieder von einem Sperber erbeutet und gefressen. Wenn der Sperber stirbt, wird er wiederum von verschiedenen Lebewesen zersetzt und darauf können wieder Pflanzen wachsen. Diese Beziehungen zwischen den Arten fassen wir als sogenannte Ökosyteme zusammen.

Da wir Menschen uns von Pflanzen und Tieren ernähren und in der Landwirtschaft auf die natürlichen Ressourcen und das Wechselspiel der Arten angewiesen sind, ist es sehr wichtig dieses natürliche Gefüge zu erhalten, welches sich über die Jahrhunderte herausgebildet hat.

Ganz wichtig ist es, den Tieren und Pflanzen das Wandern und den Austausch untereinander zu ermöglichen. Nur so können Arten in neue Gebiete einwandern und sind besser gewappnet gegen Krankheiten. Hierbei spielt gerade eine an den Ansprüchen und Bedürfnissen einer Art orientierte Landschaftspflege eine entscheidende Rolle.

Gerade die Beweidung ist ein sehr gutes Mittel, um den Austausch zwischen den Flächen wiederherzustellen. Im einem der Bilder unten siehst du beispielhaft ein Schaf, dessen Wolle mit den Samen verschiedener Pflanzen voll hängt, die so auf einer anderen Fläche wieder herausfallen und keimen können - quasi eine natürliche Sämaschine. Auch kleine Tiere können sich in der Wolle verstecken und sich so von einer Wiese auf die andere tragen lassen.

Manchmal ist es aber auch notwendig, mit Bäumen und Sträuchern verbuschte Flächen zu öffnen, um den Lebensraum von seltenen und wichtigen Arten zurückzuerobern. Denn wenn Flächen nicht regelmäßig gepflegt werden, wachsen sie oft schon innerhalb weniger Jahre zu einem undurchdringlichen Gestrüpp zu. Darin ist es dunkel und nur wenige Tiere und Pflanzen können dort leben. Dann kommen manchmal große Maschinen zum Einsatz, die Bäume und Sträucher entfernen. Das siehst du auch auf einem der Bilder, auf dem ein Bagger einen ganzen Baum entnimmt.

Was tut der Landschaftserhaltungsverband (LEV)?

Der Landschaftserhaltungsverband organisiert und begleitet Landschaftspflegemaßnahmen zum Schutz, Erhalt und zur Entwicklung von Lebensräumen und der vielfältigen Landschaft (Siehe auch: Über Uns).

So organisieren und begleiten wir Beweidungsprojekte und die Pflege von Flächen mithilfe von Maschinen. Zudem beraten wir Landwirte und Gemeinden, aber auch Privatpersonen und Vereine zum Thema Naturschutz und Landschaftspflege.