Streuwiesenmahd im Wollmatinger Ried

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Im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinie Baden-Württemberg (LPR) werden im Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried - Untersee - Gnadensee jährlich rund 170 Hektar Fläche durch eine Mahd mit Abräumen des Schnittguts gepflegt.

Bei einem Großteil der Flächen handelt es sich hierbei um Pfeifengraswiesen, die traditionell zur Streugewinnung erst im Herbst/Winter genutzt wurden. Dadurch entstanden  - auch durch die geringe Nährstoffverfügbarkeit der Uferriede -  naturschutzfachlich wertvolle Lebensräume mit einem großen Artenreichtum. Heute wird diese traditionelle Nutzung hauptsächlich durch den LPR-Vertragsnaturschutz mit Landwirten imitiert. Kleinflächen, die befahrungssensibel –oder  aufgrund Nässe nicht mit dem Schlepper befahrbar sind werden durch das NABU-Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried mittels LPR-Anträgen von Hand mit dem Motormäher oder der Motorsense gepflegt. Die Witterung und der Bodenseewasserstand  spielen bei der Streuwiesenmahd eine entscheidende Rolle. Weite Bereiche der Streuwiesen stehen nicht selten mehrere Wochen unter Wasser. Aufgrund der großen Flächen ist die Durchführung bei geeigneter Witterung daher eine große Herausforderung. Erfreulich ist daher, dass es zum Teil trotzdem gelingt, einen Teil des Mähguts trocken zu pressen, um es somit wieder seiner ursprünglichen Nutzung als Einstreu im Stall zuzuführen.  Eine kleine Nachfrage besteht wieder nach diesem Material. Ohne den Vertragsnaturschutz wäre die Gewinnung der Streuballen für die Landwirtschaft jedoch völlig unwirtschaftlich.